Hijacking:
Der Begriff bedeutet im Deutschen soviel wie „Entführen“, was den Vorgang im Grunde genommen auch sehr gut beschreibt. Zwielichtige SEOs entführen URLs, Domains oder gar ganze Inhalte von fremden Websites. Beim Domain-Hijacking sucht der Täter gezielt nach solchen Homepages, die über viele Inbound-Links verfügen und in den Rankings der Suchmaschinen möglichst weit vorne liegen. Wurde die Adresse obendrein vom vorherigen Besitzer aufgegeben, so schlägt der Hijacker zu. Er stellt seine eigene Seite unter der erfolgreichen Domain ins Netz und erntet dafür Klicks von unwissenden Usern, die nicht auf dem neuesten Stand der Dinge sind. Eine andere Form des Hijackings ist die Entführung von Content. Hierbei ist nicht unbedingt das direkte Kopieren von fremden Inhalten mit anschließendem Einfügen in die eigene Seite gemeint, sondern vielmehr die Veröffentlichung von Kurzzusammenfassungen des entführten Inhalts. Das Schlimme für den rechtmäßigen Inhaber ist die Tatsache, dass solche Kurzzusammenfassungen im Ranking meist höher steigen als die Originalseite. Durch die zahlreichen Klicks kann der Hijacker dann die Seite gut zu Werbezwecken nutzen und damit viel Geld für fremde Leistungen verdienen. Eine dritte Form des Hijackings ist das so genannte PageRank Hijacking. In diesem Fall verändert der Täter die entsprechenden DNS-Einträge so, dass dem Besucher vorgegaukelt wird, die Seite würde über einen hohen PageRank verfügen. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um den PageRank der Opfer-Website. Der Hijacker möchte mit dieser Manipulation den Wert seiner Seite steigern, um sie zum Beispiel teuer verkaufen zu können. Ein anderer Beweggrund sind die besseren Chancen beim Verkauf und Tausch von einzelnen Links. Glücklicherweise kommt man solchen Hijackern mittlerweile schnell auf die Schliche und macht den Fall publik, um andere davor zu schützen, ebenfalls auf die Betrüger hereinzufallen. Für die vierte Form des Hijackings siehe den Eintrag „URL-Hijacking“.
