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Seite 2 von 2 Was bringt die Zukunft? Die Wurzeln des Internets liegen in den Vereinigten Staaten von Amerika, im Verteidigungsministerium, um genau zu sein. Hier entstand 1969 in Verbindung mit einem Forschungsprojekt, das sogenannte "Arpanet", oder der Advanced Reasearch Project Agency.
Die Datenkapazitäten der verschiedenen Forschungszentren waren damals noch zu gering und noch nicht ausgereift genug, um sie als „optimal“ bezeichnen zu können. Deshalb gründete man das Projekt ARPA, die den Datenaustausch innerhalb der verschiedenen Forschungseinrichtungen, über Vernetzung ausreifen und optimiert werden sollten. Inoffizielle Mitteilungen verrieten aber auch, dass das Arpanet auch rüstungstechnischen Wert haben sollte – es sollte die Kommunikationsbasis bei feindlichen Angriffen sichern.
Knapp zehn Jahre später, Ende der 70er Jahre, wuchs das Netzwerk über die Forschungszentren hinaus und begann weltweit seine Fühler auszustrecken. Eine Entwicklung, deren Ausmaß zu diesem Zeitpunkt nicht einmal annähern abzusehen war und sie wurde letztendlich zu dem, was wir heute Internet nennen. Die größte Kommunikationsplattform der Welt und eine internationale Datenbibliothek mit einem scheinbar endlosen Archiv.
Sein jähes Ende, fand das Arpanet schließlich im Jahre 1990, wo es gänzlich vom Regierungsnetz getrennt und schließlich komplett abgeschaltet wurde. Doch die Abschaltung und Trennung vom Regierungsnetz war auch gleichzeitig der Startschuss für die kommerzielle Phase. Und mit ihr wurde auch die elektronische Post zum Trend der Neuzeit – die E-Mail, eine Sensation und Möglichkeit der weltweiten Kommunikation und ein Meilenstein in der Entwicklung des Internets. Das war der Beginn des World Wide Webs, das Tor in eine virtuelle Realität, die es vorher so, noch nicht gegeben hat.
Innerhalb kürzester Zeit schlossen sich hunderte von Ländern und Nationen dem Internet an und bereits in den ersten drei Jahren, hatte die Zahl der angeschlossenen Rechner die 1,5 Millionengrenze überschritten und man verzeichnete mehr als 10.000 Server. Heute sprechen wir nicht mehr von Zehntausenden oder Millionen, heute rechnen wir nur noch in Milliarden. Und da auch hier Innovation, neuste und schnellere Technik und Veränderungen immer an erster Stelle steht, kann man den zukünftigen Verlauf nur erahnen. Und in Betracht der neusten Entwicklungen, ist selbst das Erahnen schon schwierig.
Es war Nietzsche, der 1880 in einem seiner Werke über eine Welt schrieb, in der es ungeahnte Möglichkeiten gab, der Langeweile zu entfliehen. Er schrieb, dass es zu jeder Zeit, an jedem Ort Leser gab, denen man lauschen konnte, oder das es Feste - ob Anlass oder nicht - zu feiern gab. Und diese Feste, sollten der Grundstein für das große Gesamtwerk sein, denn nur die, die Feste auch feiern, können Feste erschaffen.
Damit hatte Nietzsche schon damals unbewusst den Blick in die Zukunft gewagt: das Internet als Möglichkeit, genau dem Herdentrieb der Menschen zu folgen. Feste zu feiern, Informationen und Wissen miteinander auszutauschen, aufkommende Langeweile vertreiben. Doch vor knapp hundertdreißig Jahren, wusste Nietzsche noch nichts von einer Dimension, die sich Internet nennt. Denn hier können „Feste“ und das sogar weltweit gefeiert werden. Das Internet als Gastgeber, und der Zutritt wird nahezu jedem gewährt. Jeden Tag treten neue Benutzer bei und feiern mit. Grund genug für Ängste vor einer Monopolstellung oder vielleicht sogar vor einer Diktatur durch den Gastgeber? Nein, denn es gibt kein Monopol und auch der Gastgeber, das Internet, besteht aus keinem Einzelnen festen Bestandteil. Hier gibt es keinen Herrscher – außer vielleicht die Abhängigkeit von der Technik.
Und die Technik ist es auch, was das Internet täglich aufs Neue antreibt und es wachsen lässt. Immer bessere, schnellere und neue Dienste sprießen aus dem World Wide Web und lassen die Vermutung aufkommen, dass hier noch lange kein Ende in Sicht ist. Hierzu muss man einfach einen kurzen Blick auf die explodierende Menge der Internetanschlüsse werfen, die im Jahre 2015, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, die 2 Milliardenmarke gesprengt haben werden. Für die drei Milliarden müssen aber voraussichtlich noch ein paar Jahrzehnte draufgelegt werden. Aber auch wenn im Jahre 2040 über 3 Milliarden Menschen das Internet nutzen werden, reden wir hier über Dimensionen, die nur einen kleinen Einblick in das geben wollen, was nach dem jetzigen Standpunkt der Technik, in der Zukunft möglich sein wird. Ein Ende ist hier noch lange nicht in Sicht, es sei denn, das Ende ist damit erreicht, dass der Mensch die Grenzen der Technik noch nicht überschreiten kann.
An den Grenzen der Technik wird der Mensch also auch in Zukunft noch zu arbeiten haben, aber die Grenzen der Welt scheint es im Internet bereits heute schon nicht mehr zu geben. Ob New York City, Europa, Asien oder Neuseeland – hier kann jeder die virtuelle Grenze problemlos überschreiten und Nachrichten austauschen, weltweit. So jedenfalls singt es die Zukunftsmusik. In der Realität sieht es derzeit noch anders aus. Denn beispielsweise hat die Stadt New York so viele Internetanschlüsse, wie der gesamte afrikanische Kontinent. Somit hat die „weltweite Community “ noch nicht ganz ihre Bedeutung erreicht. Und während andere schon ihre Ideen und Planungen für ein noch schnelleres und besseres Internet ausbauen, träumen andere noch von einem einfachen Internetanschluss, bzw. auf die Ausarbeitung der Technik in ihren bescheidenen Ländern.
Vint Cerf, Schöpfer des Internets, macht sich bereits schon Gedanken, das World Wide Web sogar auch außerplanetarisch zu nutzen – Chatten über und mit Mond und Mars?
Doch die Grundphilosophie, der Kernpunkt der Entstehung des Internets, sollte niemals vergessen werden. Denn noch nicht alle haben das Internet zum kommerziellen Dienst freigegeben. Beispielsweise werden in China immer noch sämtliche Vorgänge und Internetbewegungen überwacht und streng kontrolliert. Auch ist hierzulande, besonders zur heutigen Zeit, zunehmend zu erkennen, dass auch hier eine kontrollierende Hand präsent ist, die es sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, den Informationsfluss im Internet gezielt zu kontrollieren und ggf. auch zu zensieren.
Der Begriff Web 2.0 verschaffte dem Internet einen ganz neuen Status und ist heute vielmehr der Pfad, eines von jedem User selbst erstellen Inhaltes, seine Spur oder die persönliche Internetpräsenz, in Form von Communitys, Webblogs, Forenbeiträgen, File-Sharing-Portale etc. – der ganz persönliche Beitrag zum Fest.
Das Fest hat plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommen und ist schon lange nicht mehr nur eine überdimensionale Datenquelle für Informationsssuchende, sondern eine neue Welt, gespickt mit Persönlichkeiten und Leben. Wenn jeder Mensch auf dieser Welt die Möglichkeit hat, zu diesem gemeinsamen Fest zu erscheinen und seinen Teil dazu beiträgt, dann ist dies nicht nur ein Herd, der außer Kontrolle geraten könnte, sondern auch ein weltbewegendes Wunder und eine Bereicherung für die Menschheit.
Wo uns diese bahnbrechende Technik noch hinführen wird, ist noch ungewiss. Doch, wenn man Vint Cerfs Worten glauben soll, dann "hat diese Geschichte gerade erst begonnen!" |









