Zukunftsaussichten

Entwicklung der Suchmaschinen

Wenn wir ein Stück zurück, also "back to the roots" gehen, dann finden wir uns Mitte der 90er Jahre wieder, denn hier entstanden die ersten Suchmaschinen. In dieser Zeit hatte das Internet bereits seine für damals schon unvorstellbaren Dimensionen gesprengt, sodass auch hier schon Bedarf an der heute so begehrten Suchfunktion entstand. Das Finden von Informationen, erwies sich also schon damals als äußerst schwierig, es glich der berühmt-berüchtigten Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

 

Lycos, Alta Vista und WebCrawler dürften dem einen oder anderen noch ein Begriff sein, denn das waren die ersten gängigen Suchmaschinen. Doch an vorderster Stelle stand damals Alta Vista. Sie suchte nach dem Meta-Prinzip und war in dieser Zeit der Markführer unter den Suchmaschinen.

Heute ist dieses Prinzip – also die Metasuchmaschine – keine gängige Methode mehr und hat ihren Erfolg längst den heutigen Suchmaschinen abtreten müssen.

 

Etwa drei Jahre später – 1998, um genau zu sein – bastelten zwei Studenten ihre eigene Suchmaschine zusammen. Larry Page und Sergey Brin schmiedeten eine Benutzeroberfläche, die zwar sehr puristisch daherkam, aber eine erstaunlich hohe Suchgeschwindigkeit vorwies.

Doch auch wenn Yahoo es sich heute leisten kann, nicht mehr mit Google zusammenzuarbeiten und mittlerweile seine eigene Technik entwickelt hat, reicht diese immer noch nicht an die des Marktführers Google heran. Denn mit einem Marktanteil von 90% liegt Google deutlich vor Yahoo und MSN

 

Was die Zukunft bringen wird, ist auch für der Marktführer Google noch ungewiss. Denn wo einst Alta Vista für Fortschritt und Technik stand, spricht heute schon keiner mehr über diese Technik. Und so muss auch Google jederzeit damit rechnen, dass eine andere, schnellere und bessere Technologie kommen wird, die Google vom Thron stöß.

 

Doch wirklich bangen muss der Suchmaschinenriese nicht, denn neben ausgereifter Technik ist es auch das Marketing, das Google an der Spitze hält. Hier nennt sich die Strategie „Branding“ und umfasst Internetdienste, die schon lange über die einfache Suchmaschinenfunktion hinausgehen. Natürlich steht die Suche nach wie vor an erster Stelle, doch der Markt fordert mehr als nur die sture Suchfunktion. Google hat darauf mit speziellen Diensten geantwortet, zu denen beispielsweise die E-Mail-Funktion "Googlemail" gehört, sowie verschiedene Communities und Diskussionsforen (Google Groups), das Google News Portal, Kontaktbörsen (Orkut), eine Spielwiese für Blogger (blogger.com) sowie auch weitere Suchdienste wie Froogle und Google Maps. Auch darf nicht vergessen werden, dass Google neben seinen kostenlosen Diensten auch kostenlose Software anbietet, zu denen auch das Bildbearbeitungsprogramm "Picasa" oder "Google Desktop" gehören.

 

Mittlerweile hat sich das „Googeln“ so etabliert, dass es zu einem Synonym der Internetrecherche geworden ist.

 

Die Suchmaschine der Zukunft wird den heutigen Funktionen ähneln, allerdings werden sie noch schneller werden und noch mehr Daten liefern. Auch das Eintippen der Suchbegriffe wird dann wohl die Spracheingabe übernehmen. Interessant wäre auch der Gedanke, ob die Ergebnisse der Suchmaschinen ebenfalls mit Sprachausgabe erfolgen würden, was natürlich auch in der Zukunft liegt, aber vielleicht nicht in ganz so weiter Ferne.

 

Fakt ist, dass derzeit geforscht und experimentiert wird, die Ergebnisse sind jedoch noch nicht zufriedenstellend. Dem Computer das uneingeschränkte Sprachrecht einzuräumen ist schwierig und es gibt noch viele Stolperfallen zu beheben. Der Weg ist jedenfalls geebnet, der Mensch muss ihn nur noch gehen. Und das wird er ähnlich, wie die Suchmaschine selbst bewältigen: durch Input und Lernen.

 

Genau diese zwei Faktoren werden auch in der Zukunft ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg der Suchmaschine sein. Viele Suchbegriffe haben verschiedene Schreibweisen oder sogar mehrfache Bedeutungen, sodass die Flut an Datenmengen zwar zu einem Suchergebnis führt, aber für den Menschen bei dieser Menge wiederum zu undurchsichtig wird.

 

Täglich sprießen neue Webseiten aus dem Boden und neue Daten gelangen in die Netze, ein immer fortschreitender Vorgang, der auf Dauer irgendwie in Schach gehalten werden muss, sofern man nicht den Überblick verlieren will. Deshalb planen die Experten, in der Zukunft die Suchmaschinen mit mehr technischer Organisation und noch spezialisierter suchen zu lassen. Daten werden in bestimmten Kategorien geordnet, personalisiert und auch auf die regionale Suche vorbereitet (Personalized Search und Geo-Targeting), was nur ein kleiner Einblick auf das Hauptaugenmerk der zukünftigen Suchmaschinen sein wird. Hier wird nicht nur die lästige Suche nach der Nadel im Heuhaufen übergangen, sondern auch die Ressourcen der Technik gespart. Suchmaschine und Benutzer werden bis dahin allerdings noch viel Zeit miteinander verbringen und auch noch viel voneinander lernen.